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Der Kleine bleibt bei uns! Das haben wir heute entschieden. Er ist uns allen in der letzten Woche sehr ans Herz gewachsen und macht uns einfach viel Freude. Also wurde er heute einstimmig als fünftes WG-Mitglied angenommen. Wir müssen gucken, wie das wird, erst einmal braucht er natürlich einen Namen und dann müssen wir schauen, wer ihn mal mitnimmt, wenn keiner da ist. Aber ich glaube schon, dass wir eine Lösung finden werden! Der Tierarzt war auch ganz zuversichtlich, dass mit dem Kleinen alles ok ist und meinte, solange er gut und viel Hundefutter frisst und viel trinkt, müssen wir uns erst mal keine Sorgen machen. Aber auch, wenn er apathisch wirkt und nicht an Gewicht zunimmt, sollen wir nochmal kommen. Bis jetzt aber ist nichts davon eingetroffen. Nächste Woche gehe ich nochmal mit ihm zum Tierarzt. Wenn wir ihn behalten, muss er ja auch geimpft und entwurmt werden und das alles.

Als ich vorgestern endlich Feierabend machen konnte, bin ich natürlich so schnell wie möglich nach Hause gerast. Aber vorher habe ich bei einer Tierhandlung Halt gemacht und mich ganz schnell informiert, was so ein kleiner Hund denn braucht. Das ist gar nicht so wenig! Ganz wichtig ist natürlich, dass er was zu fressen bekommt. Also habe ich vor allem Hundefutter gekauft. Es ist wirklich Wahnsinn, wie viele verschiedene Sorten Hundefutter es gibt. Es gibt wirklich Hundefutter in allen möglichen Variationen. Zuhause waren meine Mitbewohner alle um das kleine Bündel geschart. Ich muss schon sagen, der Hund hat uns alle in Sekundenschnelle um den Finger gewickelt. Uns ging wohl allen das Herz über, als er sich auf seine Schüssel Hundefutter gestürzt hat und, klein wie er ist, fast darin verschwunden ist. Weil er so hungrig war, haben wir ihm direkt eine zweite Schüssel Hundefutter gemacht. Als der Kleine eingeschlafen ist, gab es WG-Besprechung. Irgendwas musste ja mit dem Tier passieren. Wir haben uns entschieden, ihn erst mal mit dem Hundefutter aufzupäppeln, zum Tierarzt zu gehen und irgendwann später nochmal zu reden und zu gucken, was passiert. In der Nacht bin ich noch zweimal aufgestanden und habe ihm etwas Hundefutter zu fressen gegeben.

Fund heute Morgen

27.07.2011

Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Ich kann mir denken, dass das Leben in Großstädten anders ist als in Kleinstädten, weil ich das in den paar Jahren schon so ein bisschen gemerkt habe. Aber das war unerwartet. Als ich heute Morgen vor der Arbeit den Müll weggebracht habe, kam aus dem Container so ein leises Fiepen. Ich wollte eigentlich schon weggehen, aber ich bin froh, dass ich nochmal nachgeguckt habe. In eine Mülltüte gestopft lag da ein kleines Hundebaby. Ganz schwarz und wuschelig. Ich weiß nicht, was für Menschen so etwas tun! Ich hab den Kleinen mit hoch in die Wohnung genommen und erst mal meinen Mitbewohnern überlassen.

Ich habe immer gedacht, ich wäre für so etwas nicht geeignet. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und auch wenn ich oft gehört habe, dass ich nicht das typische Einzelkind bin, war es für mich irgendwie immer ein komischer Gedanke, mit anderen Leuten zusammenzuwohnen. Aber nach dem Abi hat es mich fürs duale Studium, für das ich mich beworben hatte, in eine Großstadt verschlagen. In eine richtige Großstadt, nicht so eine wie meine, die knapp die Grenze zur Großstadt überschreitet, aber doch irgendwie keine richtige ist. Und ich habe schnell merken müssen, obwohl ich ein Ausbildungsgehalt bekomme, dass Großstädte echt teuer sind. Irgendwie war alles für mich nicht bezahlbar oder nur so, dass ich mir nichts anderes mehr hätte erlauben können. Die Sachen, die bezahlbar waren, waren alle richtige Löcher. Nach ein bisschen Sucherei und Überwindung hat es mich dann in eine WG verschlagen, wir wohnen zu viert hier und verstehen uns überraschend gut.

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